Es ist unmöglich, eine andere Religion oder ein anderes Denksystem zu nennen, das der guten Moral so viel Bedeutung beimisst wie der Islam. So sagte unser Prophet: „Der Islam ist gute Moral.“ Der Prophet hat viele schöne Aussprüche, die zu guter Moral ermutigen.
„Der im Glauben vollkommenste der Gläubigen ist derjenige mit dem schönsten Charakter“ und „Die, die ich unter euch am meisten liebe und die mir am Tag des Gerichts am nächsten sein werden, sind diejenigen mit dem schönsten Charakter“ sind nur zwei dieser Hadithe. Dass im Koran viele Verse stehen, die zu schönen sittlichen Eigenschaften wie Gerechtigkeit, Vertragstreue, Vergebung, Bescheidenheit, Gehorsam gegenüber den Eltern, Liebe, Geschwisterlichkeit, Frieden, Verlässlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einheit, Zusammenhalt, Güte, Wohltätigkeit, Keuschheit, Großzügigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht, freundliches Reden, ein freundliches Gesicht und ein reines Herz ermutigen und vor schlechten Eigenschaften wie Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Heuchelei, Neid, üble Nachrede, hässliches Reden, finsteres Gesicht, Geiz, Egoismus, Eifersucht, Hochmut, Groll, böse Vermutungen, Verschwendung, Unruhestiftung usw. warnen, zeigt, wie viel Bedeutung der Moral im Koran beigemessen wird.
Die Hadithe unseres Propheten, die zu guter Moral ermutigen und vor schlechten Eigenschaften warnen, würden fast ein ganzes Buch füllen. Er hat nicht nur diese Worte gesprochen, sondern auch durch das eigene Leben die gute Moral vorgelebt und den Menschen ein Vorbild gegeben und sie gelehrt.
Deshalb bildet seine Moral die schönste Anwendung der islamischen Moral. Aus diesem Grund möchten wir hier, wenn auch nur wenig, von der guten Moral unseres Propheten Muhammad sprechen (*). Denn er ist wahrhaftig das schönste Vorbild:
Unser Prophet hatte ein freundliches Gesicht, ein sanftes Wesen und ein feines, empfindsames Gemüt. Er war nicht hartherzig, hart oder verletzend. Aus seinem Mund kam kein hartes oder grobes Wort. Er kritisierte andere nicht und hielt niemandem seine Fehler vor. Sah er ein falsches und unerwünschtes Verhalten, sagte er: „Einige unter euch tun dies und das …“ und korrigierte so Fehler, ohne zu sagen, wer sie begangen hatte, und ohne jemanden zu verletzen. Er unterbrach niemanden und hörte zu, bis dieser zu Ende gesprochen hatte. Er mochte keinen Streit und machte nicht mehr Worte als nötig. Er beschäftigte sich nicht mit Dingen, die ihn nichts angingen, und forschte nicht nach den verborgenen Verhältnissen anderer. Solange es keine Missachtung gegenüber Gott war, vergab er das Böse, das ihm persönlich zugefügt wurde, und wenn sich die Gelegenheit ergab, dachte er nicht an Rache.
Er war äußerst keusch und schamhaft. Er behandelte alle Menschen gleich und machte keinen Unterschied zwischen reich und arm, Herr und Sklave, groß und klein. In jeder Hinsicht konnte man ihm vertrauen. Ein gegebenes Wort hielt er immer rechtzeitig. Es ist nie gesehen worden, dass er von der Ehrlichkeit abwich oder auch nur im Scherz log. Deshalb nannte man ihn, noch bevor ihm das Prophetentum gegeben wurde, „Muhammad al-Amin“ (den Vertrauenswürdigen). Als er sein Prophetentum verkündete, konnten selbst die, die nicht glaubten, nicht sagen, er sei ein Lügner. Als er seine nächsten Verwandten auf dem Hügel Safa versammelte und sie zum Islam einlud und sagte: „Wenn ich euch sagte, hinter jenem Berg stünden feindliche Reiter, würdet ihr mir glauben?“, antworteten sie: „Wir alle würden dir glauben, denn du lügst nicht.“ So wie er selbst war, wünschte er, dass auch jeder ehrlich sei. Er sagte: „Weicht nicht von der Wahrhaftigkeit ab, denn die Wahrhaftigkeit führt zu Güte und Gutem, und Güte und Gutes führen den Menschen ins Paradies. Solange der Mensch die Wahrheit sagt und die Wahrhaftigkeit sucht, wird er bei Gott zu den Wahrhaftigen (Siddiqun) gezählt. Hütet euch vor der Lüge und dem Lügen, denn die Lüge treibt den Menschen zum Bösen, und das Böse führt ihn in die Hölle. Solange der Mensch fortfährt zu lügen und die Lüge sucht, wird er bei Gott schließlich zu den Lügnern gezählt.“
Der Gesandte Gottes (s.a.v.) war der großzügigste und edelste unter den Menschen. Alles, was in seine Hand kam, verteilte er an die Bedürftigen und wies niemanden mit leeren Händen ab. (*)
Dieser Abschnitt, der die Moral unseres Propheten zusammenfasst, ist mit teilweisen Kürzungen dem Werk „Peygamberimizin Hayatı“ („Das Leben unseres Propheten“) von İrfan Yücel entnommen. Er war äußerst bescheiden und demütig. Kam er zu einer Gruppe, wollte er nicht, dass man für ihn aufstand; er setzte sich dorthin, wo er einen freien Platz fand. Wenn er unter seinen Gefährten saß, streckte er die Füße nicht aus. Obwohl seine Gefährten es für eine Ehre hielten, alles für ihn zu erledigen, erledigte er alle seine Angelegenheiten selbst und half seinen Frauen bei der Hausarbeit. Er wollte nicht gelobt werden und keine übertriebene Ehrerbietung. Er hatte Freude daran, mit den Armen zu verkehren und sich um die Angelegenheiten der Armen, Witwen und Alleinstehenden zu kümmern. Er aß, was er fand, trug, was er fand, und nörgelte an nichts. Fand er nichts zu essen, ging er auch hungrig schlafen.
Alle seine Angelegenheiten erledigte er in vollkommener Ordnung. Die Zeiten für Gebet und Gottesdienst, für Schlaf und Ruhe, für den Empfang von Gästen und Besuchern waren stets festgelegt. Er vergeudete keine Zeit und nutzte jeden Augenblick für nützliche Arbeit. Er sagte: „Die meisten Menschen täuschen sich im Wert von zwei Gaben: Gesundheit und freier Zeit.“
Wer den Menschen am nächsten kennt, wer sein Inneres und alle seine verborgenen Seiten am besten kennt, ist ohne Zweifel seine Ehefrau. Als der Gesandte Gottes (s.a.v.) nach der ersten Offenbarung erzählte, was er gesehen hatte, erkannte seine Frau Chadidscha sein Prophetentum sofort an, ohne das geringste Zögern, indem sie sagte:
„Bei Gott, Gott wird dich niemals beschämen. Denn du kümmerst dich um deine Verwandten, du trägst die Lasten derer, die ihre Arbeit nicht verrichten können, du gibst den Armen, du verdienst für andere, was sonst niemand verdienen könnte. Du bewirtest den Gast, du hilfst jedem auf dem Weg der Wahrheit …“
Anas, der ihm von Kindheit an zehn Jahre in Medina diente, sagte: „Ich habe dem Gesandten Gottes (s.a.v.) zehn Jahre gedient. Nicht ein einziges Mal wurde er unwillig und schalt mich mit ‚Pfui, warum hast du das getan, warum hast du das nicht getan‘.“
Dieses Bild der Moral, das unser Prophet durch eigenes Leben und Anwendung gezeichnet hat, vermittelt zweifellos einen Eindruck von der islamischen Moral.
Für andere das zu wollen, was man für sich selbst will, und für andere nicht zu wünschen, was man für sich selbst nicht wünscht,
So zu scheinen, wie man ist, oder so zu sein, wie man scheint,
Liebe zu den Kleinen und Respekt vor den Großen,
Vergeben, tolerant sein und nicht nach den Fehlern anderer forschen,
Den Zorn beherrschen,
Zu seinem Wort stehen, Vertragstreue zeigen,
Keinen Deut von Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit abweichen,
Vertrauenswürdig sein,
Sich vor Hochmut und Stolz hüten, bescheiden sein,
Sich von Geiz und Gier fernhalten, großzügig sein,
In jeder Hinsicht geduldig sein,
Niemals von der Gerechtigkeit abweichen,
Auf materielle und geistige Sauberkeit achten,
Die Gesundheit, die Gott einem gegeben hat, sehr beachten,
Die freie Zeit für gute Dinge nutzen,
und Hunderte ähnlicher großartiger sittlicher Grundsätze, die in der islamischen Moral sorgfältig verankert sind – um die islamische Moral in jeder Hinsicht kennenzulernen, muss man Werke heranziehen, die dieses Thema ausführlich behandeln.